Was ist Systemintegration?

Als Integration bezeichnet man im Allgemeinen die Eingliederung eines Teils in eine Gesamtheit. Spricht man von System- oder IT-Integration, meint man die Einbettung eines Moduls oder Teil-Systems in eine bestehende Systemlandschaft. Besonders wichtig ist dabei die korrekte An- und Verbindung der Systeme, um Datenverluste, Fehlermeldungen oder Verzögerungen zu vermeiden. Umfangreiche technische Systemlösungen zu planen und entsprechende Konzepte zu erstellen sowie diese letztlich zu integrieren und in Betrieb zu nehmen sind die Hauptaufgaben der Systemintegration. Realisiert wird sie meist mithilfe von Middleware oder auch Integrationsplattformen.

Wieso ist Systemintegration bedeutsam?

Organisationen sehen sich mit immer mehr Systemen und Anwendungen konfrontiert und drohen nicht selten den Überblick über ihre Systemlandschaft und ihre genutzten Programme zu verlieren. Vor allem IT-Landschaften, deren Einzelkomponenten über verschiedenste Schnittstellen angebunden wurden, lassen sich häufig nur schwer verwalten. Je umfangreicher und heterogener diese Gebilde sind, desto weniger transparent sind sie. Neue Systeme sind nur mit viel Mühe implementierbar und auch Änderungen benötigen viel Zeit und Aufwand. Schafft man es, neue Elemente zu integrieren, kann es zudem zu einer Destabilisierung des Gesamtsystems kommen. Jede Einbindung kann demnach Gefahren bergen.

Möchte man derartige Schwierigkeiten umgehen, empfiehlt sich die Implementierung einer zentral eingespeisten Integrationsschicht. Als Bindeglied innerhalb der Systemlandschaft gleicht sie Irregularitäten zwischen den Teilsystemen aus.

Middleware – eine Definition

Eben diese Integrationsschicht bezeichnet man als Middleware. Sie regelt die Kommunikation zwischen den Anwendungen und IT-Systemen und ermöglicht so erst deren Zusammenarbeit. Als eine Art Dolmetscher kontrolliert sie den Transfer der benötigten Daten. Differenzen und Abweichungen zwischen den Protokollen, Sprachen und Formaten der Systeme werden mithilfe der Middleware überwunden. Die komplexen Strukturen und Unterschiede werden auf diese Weise verborgen.

Ein Beispiel aus der Handelsbranche soll die Leistung der Middleware verdeutlichen. Aus einem Magento Online-Shop werden mithilfe einer Middleware Bestellungen an das hauseigene SAP-System übertragen. Als vorteilhaft lässt sich festhalten, dass Magento nicht zur Abbildung der verwendeten Datenformate und Protokolle des Systems verpflichtet ist. Die Middleware nimmt stattdessen selbst neue Bestellungen über eine SOAP-Schnittstelle des Webshops an. Daraufhin werden diese umgewandelt und die gesicherten Kennzahlen und Informationen als iDoc an das SAP-System weitergeleitet. Auch wenn das empfangende System dabei nicht dauerhaft online ist, läuft die Übertragung in dieser Form ab. Sollte es zu einer Rückgabe der Ware in einer Filiale kommen, wird die Rückabwicklung mithilfe der Middleware in der Software der Kasse vermerkt. Darüber hinaus erfolgt sofort eine Anpassung des Online-Shop-Bestandes.

In der Regel besteht das Grundelement einer Middleware in einer Integrations- Infrastruktur, zum Beispiel einem ESB (Enterprise Service Bus). Aufbauend auf dieser lassen sich interaktive Integrations-Lösungen erstellen. In Kombination ergeben die so entstandenen Lösungen die sogenannte Middleware.

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Ist Middleware auch für Sie sinnvoll?

Die Entscheidung für oder gegen die Anschaffung einer Middleware lässt sich mit der Entscheidung für die Ausstattung eines Konferenzzimmers vergleichen. Kleinere Gruppen benötigen oft lediglich eine Verteilersteckdose und einen LAN Hub, um in ihrem Konferenzraum effektiv arbeiten zu können. Handelt es sich allerdings um mehr als zwei bis drei Teilnehmer, wird in der Regel zusätzliches Equipment benötigt. Es gilt also, weitere Adapter, Hubs oder Kabel zu organisieren, anzuschließen und zu installieren. Die hierzu benötigte Zeit war dabei meist als eigentliche Redezeit eingeplant. Nehmen dann 20 oder noch mehr Kollegen an unserer Konferenz teil, entspricht der Raum nicht mehr den an ihn gestellten Anforderungen. Die Vorbereitungen und technischen Abstimmungen würden so viel Zeit bedürfen, dass erst sehr verspätet mit der eigentlichen Konferenz begonnen werden könnte. Finden Treffen dieser Größenordnung jedoch häufiger statt, empfiehlt es sich, einen Raum einzurichten, der mit der notwendigen Technik ausgestattet wurde.

Ähnlich kann man sich die Middleware vorstellen. Vor allem bei großen Systemlandschaften, die eine Vielzahl von Anwendungen und Software umfassen, ist die Einführung einer Middleware ratsam. Ist es hingegen nicht nötig, mehr als 2 oder 3 technisch gleiche Systeme (zum Beispiel SQL und SOAP) miteinander zu verknüpfen, könnte sich die Anschaffung als überflüssig erweisen. Sind jedoch regelmäßig verschiedene Systeme im Einsatz, die über sich ändernde Schnittstellen verbunden werden müssen (zum Beispiel REST, iDoc, SOAP und SQL), sollten Sie sich für die Verwendung einer Middleware entscheiden. Nach erfolgreicher Integration sorgt sie dafür, dass Differenzen zwischen Ihren Systemen technisch verschleiert und reibungslose Business-Prozesse umgesetzt werden. Neue Module lassen sich leichter integrieren und Anpassungen werden vereinfacht.

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?

Systemintegration mit Scheer PAS