Scheer PAS EDI

Zur EDI Anbindung von Kommunikationspartnern und zum Austausch von Nachrichten stellt die Process Automation Suite eine eigene Komponente bereit. Scheer PAS EDI geht weit über die am Markt üblichen Adapter hinaus. Es handelt sich um eine vollwertige EDI Software mit Benutzeroberfläche zum Verwalten und Überwachen der gesamten elektronischen Kommunikation.

Scheer PAS EDI schafft eine vollständige Unabhängigkeit von externen Dienstleistern. Sämtliche Partner und Nachrichten können unbegrenzt aus der eigenen Umgebung heraus angebunden und verarbeitet werden. Hierbei entfallen die fortlaufenden Kosten zur Anbindung einzelner Partner genauso wie transaktionsbasierte Kosten für die Nachrichtenübermittlung.

Dies birgt speziell für B2B Unternehmen, mit elektronischen Datentransfers in hoher Frequenz, enorme Einsparpotenziale. Zudem ist es möglich bestehende Funktionalitäten der Suite, wie die Umsetzung von Mappings, die Integration von Systemen oder BPMN, nahtlos mit der EDI Schnittstelle zu verschmelzen. Damit sind ohne weiteren Aufwand End-to-End-Tests der gesamten Verarbeitung möglich.

Die Zukunftssicherheit der Formate spielt beim elektronischen Datentransfer eine entscheidende Rolle. Derzeit werden viele der gängigen EDI Standards durch neue Protokolle ersetzt. Scheer PAS EDI ist nicht an ein bestimmtes Nachrichtenformat gebunden, sondern bietet hier eine umfassende Abdeckung der aktuellen und künftig relevanten Standards. Neben XML, CSV, SAP IDoc, X12 können auch Nachrichten in beliebigen UN/EDIFACT Formaten ausgetauscht werden.

Darüber hinaus unterstützen wir auch EDIFACT Subsets sowie branchenspezifische Nachrichtenstandards wie HL7 oder VDA. Dadurch ergibt sich ein hohes Maß an Flexibilität und Planungssicherheit für Ihr Unternehmen.

Zudem ist auch die Auswahl der Kommunikationspartner unlimitiert. Nachrichten können über HTTP als auch über HTTPS gesendet und empfangen werden. Die Eingangsbestätigung erfolgt dabei, je nach Wunsch, synchron oder asynchron.

Unsere EDI Lösung im Überblick

Die Lösung ist Drummond / DGI (UCC) zertifiziert. Nachrichten können sowohl über HTTP als auch über HTTPS gesendet und empfangen werden. Die Eingangsbestätigung von Nachrichten kann synchron und asynchron erfolgen.

Aktuell werden die folgenden Übertragungsprotokolle, Verschlüsselungsverfahren und Signaturen unterstützt.

Datenuebertragung

EDI Datenübertragung:

AS1

AS2

AS3

AS4

OFTP2

FTP, FTPS, SFTP

SMTP, SMTPS

RNIF 2.0

Verschluesselungsverfahren

Verschlüsselungsverfahren:

3DES

DES

AESCBC128

AESCBC192

AESCBC256

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Signatur

Signaturen:

SHA1

SHA256

MD5

 

 

 

 

 

Was ist EDI?

EDI (Electronic Data Interchange) bezeichnet den automatischen, elektronischen Austausch von Daten und Dokumenten zwischen Geschäftspartnern. EDI ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von unterschiedlichen standardisierten oder bilateralen Verfahren zur elektronischen Übermittlung von Nachrichten.

IT-Systeme gewährleisten, dass die Nachrichten vom Absender an den Empfänger automatisiert übermittelt werden. Der Mensch überwacht diese Prozesse nur noch und greift, wenn nötig, ein. Vereinbarungen zwischen den Kommunikationspartnern können sehr einfach oder aber auch sehr ausführlich und umfassend ausgeprägt sein. In einer einfachen Vereinbarung kann zum Beispiel lediglich das Nachrichtenformat und der Endpunkt, an den die Nachrichten zu übermitteln sind, definiert werden. Sehr ausführliche und umfassende Vereinbarungen sehen jedoch eine feste Semantik und ein Format mit einer Vielzahl von Meldungen, standardisierten Code-Werten und Übertragungsprotokollen vor. Es gibt diesbezüglich eine große Anzahl unterschiedlicher Standards.

Was ist ein EDI-Standard?

Ein Standard definiert, welche Daten auf welche Art und Weise ausgetauscht werden. Dabei werden Format und Semantik der Nachrichtentypen bis auf das einzelne Byte geregelt. Oft werden auch Codewerte standardisiert, um zum Beispiel Auftragsarten eindeutig zu bezeichnen. Für gängige Codes, wie etwa Länder und Währungen, wird häufig auf bereits bestehende ISO-Codes zurückgegriffen. Oft wird auch durch den Standard vorgegeben, über welches Protokoll diese Nachrichten auszutauschen sind (AS2, OFTP2, SFTP, HTTPS, etc.) und welche Ausfallverfahren im Falle von Fehlern zur Anwendung kommen.

Die EDI-Standards sind branchenspezifisch gehalten. Viele Wirtschaftszweige haben eigene Branchenstandards. Der UN/EDIFACT Standard der UNO ist zwar branchenübergreifend, enthält aber auch branchenspezifische Subsets. Der SWIFT Standard wird im Bereich Banking eingesetzt, der ODETTE oder VDA Standard in der europäischen Automobil Industrie, RosettaNet im Elektronik- und E-Business.

Applicability Statement 2 – AS2

AS2 steht für Applicability Statement 2 und gehört zu den beliebtesten EDI (Electronic Data Interchange) Übertragungsstandards. Als Grund für die weite Verbreitung im Geschäftseinsatz gilt insbesondere, dass AS2 das Internet als Kommunikationsweg nutzt. Somit ist das Protokoll nicht auf die Nutzung eines proprietären Netzwerkes angewiesen. Für die Übertragung über das Internet verwendet AS2 sowohl HTTP als auch HTTPS-Protokolle.

Die AS2 Standardisierung ermöglicht daher einen kostengünstigen und sicheren Nachrichtenaustausch. Die Funktion des Übertragungsstandards ist simpel: Nachrichten werden digital verpackt, verschlüsselt und signiert. Der Empfänger bestätigt dem Absender anschließend die fristgerechte Zustellung der Nachricht mit einer Empfangsquittung. Diese Quittung wird auch MDN oder Message Disposition Notification genannt. Das Nachrichtenformat spielt hierbei für den Standard keine Rolle. Alle Daten können im mithilfe des AS2-Protokolls sicher und zuverlässig transportiert werden.

Wie lässt sich EDI in Unternehmen nutzen?

Wie bereits beschrieben geht es bei EDI um den elektronischen Austausch von Daten.
Ein klassischer Fall ist die Auftragsabwicklung zwischen zwei Unternehmen. Unternehmen A bestellt bei Unternehmen B einen oder mehrere Artikel.

 

Ohne EDI würde Unternehmen A seinem Geschäftspartner ein Fax, einen Brief oder eine Mail für die Bestellungen übermitteln. Bei Unternehmen B müsste anschließend ein Mitarbeiter auf ähnliche Weise die Bestellung, Rechnung oder den Lieferschein bestätigen. Obwohl beide Unternehmen wahrscheinlich IT-Systeme als Anwendungssoftware einsetzen, erfolgt die Kommunikation zwischen den beiden manuell. Es entsteht ein Medienbruch. Daten müssen manuell in die jeweiligen IT-Systeme eingetragen werden – das kostet Zeit, Geld und ist fehleranfällig.

 

Durch den elektronischen Datenaustausch erfolgt die Übermittlung von Geschäftsdokumenten automatisch, da die beiden IT-Systeme der Unternehmen, gemäß der vereinbarten Standards, Meldungen direkt austauschen. Der Standard schreibt vor, auf welche Art und Weise Meldungen zu erstellen und zu transportieren sind. Halten sich beide Parteien an den Standard, steht einem schnellen, zuverlässigen und sicheren Austausch der Daten nichts mehr im Wege.

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Warum ist EDI wichtig?

Ab einem gewissen Volumen an Datenaustausch kann dieser nur noch automatisiert in angemessener Weise bewältigt werden. Viele Unternehmen erwarten und fordern von ihren Lieferanten und Partnern, dass sie über deren EDI Netzwerk erreichbar sind. Das Ziel des elektronischen Datenaustausches ist eine schnellere, zuverlässige und sichere Übermittlung von Daten und Dokumenten.